Modelle der Magie – eine Asatru-Perspektive

Hallo,

vorab kurz zu mir: Ich bin sozusagen Asatru mit hexischem Migrationshintergrund, soll heißen, als ich vor vielen Jahren anfing, mich mit dem Heidentum zu beschäftigen, “landete” ich erstmal bei den Hexen/Wicca.

Schon bald jedoch zog es mich zum Asatru mit seinem nordischen Pantheon, und dort begegnete mir eine ganz eigene Art der “Magie”, die ich hier versuchen werde, etwas zu beleuchten.

Was ist für mich als Asatru Magie?

In erster Linie: Sehr pragmatisch. ;)

Zwar finde ich ein aufwendiges, geschmücktes “Drumherum” für Rituale schön, verwende es aber selbst so gut wie nie, was mich wohl von einigen Hexen unterscheiden mag.

Allerdings sind Rituale in meiner Asatru-Gemeinschaft oft auch mit einem gewissen Aufwand verbunden, je nach dem, welchem Zweck sie dienen sollen, und immer steht das gemeinsame “Wirken” im Vordergrund. Ob man das Magie nennen kann? Ich denke schon, denn für mich ist es sehr wohl “magisch”, wenn jeder einzelne nach einem unserer Rituale gestärkt daraus hervorgeht, aufgetankt mit neuer Energie, vielleicht bestückt mit neuen Sichtweisen, mit geradem Rücken und erhobenem Haupt, bereit, die nächsten Widrigkeiten zu überstehen.

Ob daran unsere Götter, Ahnen, die Nornen, das Wyrd oder sonstwer beteiligt ist, wer kann das schon so genau sagen? Wir beziehen sie mit ein, doch einen Großteil machen wohl wir selbst aus.

Praktisch Magie, die aus uns selbst kommt.

Für mich ist es schon Magie, wenn ich mein Trinkhorn erhebe und damit meine Ahnen ehre, ein wichtiger Punkt im Asatru. Oder wenn ich ein Gewitter genieße und dabei unweigerlich an den Donnergott denken muss.

Aber es ist auch Magie, wenn ich durch eine Stadt laufe und einfach mal Menschen anlächle, denn einige von ihnen werden zurücklächeln.

Man merkt schon, Magie ist für mich nicht so einfach zu definieren.

“Meine Magie” hat viel mit meinen Göttern und Ahnen zu tun, und mit dem Wyrd, das meiner Weltanschauung nach uns alle verbindet, aber eben auch mit mir selbst, denn nur wenn ich von etwas überzeugt bin, etwas wirklich will, dann kann ich diesen Wunsch mit Magie unterstützen.

Ich sehe Magie also als Hilfsmittel, aber sicher nicht als Allheilmittel.

Wenn ich z.B. eine Entscheidung zu treffen habe, bei der ich mir nicht sicher bin, und meine Runen dazu befrage, dann können sie lediglich einen Anstoß geben … die letztendliche Entscheidung liegt dann noch immer bei mir.

Für mich ist es wichtig zu wissen, dass egal was ich tue, ich mit den Konsequenzen leben kann. Deshalb käme es für mich auch nie in Frage, jemandem zu schaden, ob nun mit Magie oder ohne.

Ein wichtiger Punkt, wie ich finde.

Funktioniert Magie überhaupt?

Ich denke schon, denn Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.

Leider hat aber auch die größte Magie ihre Grenzen, wenn die Menschen sie nicht zulassen.

So werden wir es wohl nie schaffen, mithilfe eines “magischen Rituals” alle Kriege auf dieser Welt zu beenden, doch wir können selbstverantwortlich mit uns und unserem direkten Umfeld umgehen, und ob man das mithilfe der Magie tut oder nur mit dem puren Menschenverstand … irgendwie “magisch” ist das allemal.

Gruß, Diana Jägermond

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